Elektroautos bekommen einheitliche Stecker

20. April 2009 | Von | Kategorie: ELEKTRO-News, MOBILITÄTEN

Normstandards ebnen Weg für europaweite Infrastruktur

Autokonzerne und Energieversorger haben sich auf einen Einheitsstecker zum Laden von Elektroautos geeinigt. Das Aufladen der Elektroautos soll künftig europaweit innerhalb weniger Minuten möglich sein. Mit dieser grundlegenden Maßnahme zugunsten einer flächendeckenden Versorgung der Fahrzeuge wird die Tür zu einem Mrd.-Markt aufgestoßen. Noch aber ist es nicht soweit. Nach Meinung von Experten hinken die potenziellen Anbieter mit ihren Plänen für eine einheitliche Infrastruktur deutlich hinterher.
„Die Energiekonzerne agieren viel zu konservativ und zu langsam, um ein flächendeckendes Netz zum Laden von Elektroautos zu schaffen“, meint Branchenkenner Markus Kreusch, Geschäftsführer des Energieberaters Stromprinz . Einheitliche Stecker seien dafür zwar ein wichtiger und richtiger Schritt. „Allerdings stellen sie nur die absolute Notwendigkeit dar“, sagt Kreusch. Um die Energieversorgung von Elektroautos in ganz Europa gewährleisten zu können, zählen Normstecker zu den grundlegendsten Problemen, die einer Lösung vonseiten der Konzerne bedürfen, betont Kreusch. „Denkt man nur einen Schritt weiter, stehen die Elektroauto-Allianzen gleich vor dem nächsten Problem“, verdeutlicht er. So sei zum Beispiel immer noch nicht klar, wie die bezogene Energie beim Ladevorgang abgerech- net werden soll.

Die Vorbereitungen des alternativen Anbieters Better Place auf einen weltweiten Marktstart mit Elektroauto-Tankstellen seien im Gegensatz zu den Auto-Energie-Allianzen schon weiter fortgeschritten. Zuletzt hat das Start-up Israel in Kooperation mit 19 Unternehmen in Angriff genommen. „In Israel macht Better Place bereits ernst. Ein ähnlich hoher Aufwand wird derzeit nirgendwo sonst betrieben. Damit liegt Better Place vor den Energiekonzernen“, unterstreicht Kreusch seine Ausführungen. An den Allianzen zwischen Autoherstellern und Energieversorgern sind mitunter Daimler, BMW, VW, Ford oder auch General Motors sowie RWE, E.ON, EnBW oder Vattenfall beteiligt.

Wie die Welt berichtet, ist der Stecker drei-phasig und arbeitet mit einer Spannung von 400 Volt. Dadurch werde ein schneller Ladevorgang ermöglicht. Die einheitlichen Anschlüsse sind Voraussetzung für die Autobranche, um Elektrofahrzeuge in Großserie herzustellen. Für die einzelnen Anbieter sollen die Standards frei zugänglich gemacht werden. Ein Zeitplan für die Einführung des Steckers existiere bis dato jedoch immer noch nicht.
Foto: pixelio.de, Andreas Morlok

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