Fiat – Die unvergesslichen Modelle

24. April 2020 | Von | Kategorie: AUTO-CLASSICS, MOBILITÄTEN

Die kultigsten und repräsentativsten Autos des piemonteser Automobilherstellers

Fiat 3 1/2 HP

Das erste von der Fabbrica Italiana Automobili Torino produzierte Fahrzeug erblickt Ende des 19. Jahrhunderts das Licht der Welt. Es ist kompakt, mit drei Sitzen „vis-à-vis“ in einer Karosserie vom Typ „Duc“, entworfen vom Ing. Aristide Faccioli.

Die Formen erinnern an die einer Mini-Pferdekutsche, der kleine Zweizylinder befindet sich unter der hinteren Sitzbank, es gibt einen Kettenantrieb, während der Tank unter der vorderen Sitzbank installiert ist – umgekehrt hinsichtlich der Fahrtrichtung.

Die Karosserie „Duc“ stammt von Marcello Alessio, aber es gibt auch andere Konfigurationen. Zwischen 1899 und 1900 werden 26 Fahrzeuge produziert und derzeit sind noch vier existierende Exemplare dokumentiert: zwei in Turin – im Museo dell’Automobile im Centro Storico Fiat; ein Modell im Ford-Museum in den USA, und eines im Museum Beaulieu in Großbritannien.

Fiat S76 300 HP

Bereits von Anfang an erkennt das Turiner Unternehmen die Bedeutung von Autorennen als Werbemittel. Das erste Rennfahrzeug der Fiat geht tatsächlich auf das Jahr 1902 zurück: Es ist der 24 HP Corsa.

Unter den vielen „Veteranen“, die gezielt für Wettbewerbe entwickelt wurden, verdienen drei eine besondere Erwähnung.

Der Fiat S61 Corsa, der vom S61 GT abstammt und für die USA-Rennen entworfen wurde, erzielt große Erfolge: 3. Platz bei der ersten Ausgabe der 500 Miglia in Indianapolis 1911; 1. und 2. Platz in Santa Monica 1912 und vor allem Sieger beim Großen Preis von Amerika 1912 auf der Rennstrecke von Milwaukee.

Der Fiat S76 aus dem Jahr 1911 wird auch 300 HP Record genannt, weil er wirklich diese Leistung erbringt und erbaut wurde, um Geschwindigkeitsrekorde zu knacken. Auch unter dem Beinamen „Bestie von Turin“ bekannt, verzeichnet er beim ersten Versuch in England 116 mph (187 km/h,  und 1912 in Ostende in Belgien erreicht er 132,27 mph (213 km/h) Maximalgeschwindigkeit.

Indem er einen Fiat-Flugmotor in einem SB4 installiert, baut Sir Ernest Eldridge den Mefistofele mit 320 PS. Mit 234,980 km/h erzielt Sir Eldridge am 12. Juli 1924 in Arpajon den neuesten Meilenrekord auf der Straße.

Der Fiat „Tipo 4“

Ab 1910 erneuert Fiat die Produktion und stellt die Serie „Tipo“ her. Die Fahrzeuge sind nach ihrem Hubraum von 1 bis 6 nummeriert und nutzen gemeinsame Komponenten, die eine Kosten- und Produktionsrationalisierung erlauben.

Der Tipo 1, bekannt auch als 12-15 HP, besitzt dieselben technischen Merkmale des Tipo 2, der sich durch seinen leistungsstärkeren Motor von 15-20 PS unterscheidet und u.a. auch vom italienischen Militär in Libyen genutzt wird.

Die Modelle Tipo 3 und Tipo 4 teilen das Fahrgestell und den technischen Aufbau, aber die zwei Vierzylinder erzeugen jeweils 20-30 PS und 30-45 PS an Maximalleistung. Es handelt sich um die ersten Fahrzeuge mit einer rudimentären elektrischen Anlage. Nicht zu vergessen ist, dass der Tipo 4 Torpedo militare dem König Vittorio Emanuele III. im Krieg gedient hatte.

Die Fahrzeuge der höheren Kategorie, die Modelle Tipo 5 und Tipo 6, sind beide mit einem Motor von 50-60 PS mit 9 Litern Hubraum ausgestattet, unterscheiden sich jedoch in ihrem Einsatz: Das zweite Modell besitzt einen kürzeren Radstand und ist sportlicher und schneller. Beide Fahrzeuge sind vorwiegend für den Export in die USA bestimmt.

Fiat 508 Balilla Spider

Der Topolino

Der gemäßigte Preis des kleinen Topolino macht ihn 1936 für all diejenigen erschwinglich, die sich bisher kein Auto erlauben konnten. Außer der zweitürigen Limousine ist der Trasformabile, das Cabriolet mit aufklappbarem Dach, verfügbar, ebenso wie die Transportausführung, die zunächst für das Militär entstanden war.

In der Nachkriegszeit ist der 1948 eingeführte 500 B an der Reihe, der einen neuen Motor besitzt und technische Innovationen für bessere Leistung und Effizienz aufweist. Aber die eigentliche Neuheit ist das Model Giardiniera, ein wahrer Kompaktwagen für die Familie: mit 4 Sitzen und viel Stauraum, wenn die Rückbank umgeklappt wird.

Der 500 C kommt 1949, mit Heizung, Aluminium-Zylinderkopf für den Motor und vor allem mit einer moderne Karosserie, bei der die Scheinwerfer in den Kotflügeln versinken. Der Giardiniera besitzt eine gemischte Struktur: Metall, Holz und Holzfaserplatte. Das Modell Belvedere aus dem Jahr 1952 hingegen ist vollständig aus Metall.

In seiner zwanzigjährigen Karriere werden mehr als 500.000 Modelle des Topolino produziert.

Fiat 1100 TV Trasformabile

Die ersten Fiat 1100 – die Tipo A – sind in jeder Hinsicht 508C-Modelle mit Abweichungen bei der Karosserie, vor allem bei der starken Frontseite. Zwischen 1939 und 1953 folgen dem 1100 A der Tipo B der frühen Nachkriegszeit und der Tipo E mit Lenkradschaltung, 6 Sitzen und geräumigerem Kofferraum, der auch ein Ersatzrad besitzt.

1947 feiert der 1100 S, eine kleine Sportlimousine mit aerodynamischer Linienführung und einer Maximalgeschwindigkeit von 150 km/h, sein Debüt: Bei der Mille Miglia ’48 gelingt ihm die Gesamtklassifizierung auf Platz zwei, drei und vier. Im Jahr darauf wird der 1100 ES vorgestellt: Die Mechanik bleibt unverändert, aber die Karosserie – ein Werk von Pinin Farina – ist deutlich moderner.

Die wirkliche Revolution erfolgt im Jahr 1953 mit der Entstehung des 1100/103, mit selbsttragender Karosserie und einer modernen Linie in drei Auflagen. Der Kofferraum ist nach wie vor kompakt, aber wird mit der Zeit noch die größten Veränderungen erfahren.

Neben dem 103 Familiare, der großen Erfolg bei kommerziellen Nutzern verzeichnet, erscheint der 1100/103 TV (Turismo Veloce), der durch seinen Mittelscheinwerfer bekannt wird. Wegen seiner Leistungsstärke und Geschwindigkeit lieben ihn private Rennfahrer, die ihn auch für die 1000 Miglia nutzen. 1955 entwirft die Fiat-Abteilung Carrozzerie Speciali auf Basis der Mechanik des TV einen wendigen Zweisitzer-Spider mit einer Linienführung mit amerikanischem Touch: den TV Trasformabile.

Fiat 600

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