Führerschein-Tourismus und kein Ende

1. Dezember 2009 | Von | Kategorie: ADAC-News, MOBILITÄTEN

Internetvermittler werden immer dreister

Der ADAC warnt in diesen Tagen wieder einmal vor Betrügern im Zusammenhang mit dem Führerschein-Tourismus.

Die Gesetzeslage ist eindeutig: Wer die deutsche Fahrerlaubnis per Entzug verloren hat, der darf ohne offizielle Anerkennung mit einem ab dem 19. Januar 2009 erworbenen EU-Führerschein in Deutschland nicht fahren. Wer dennoch einen EU-Führerschein in einem EU-Land erworben hat, darf diesen ohne den Nachweis einer Fahreignung durch eine hierzulande übliche medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) hier keinesfalls benutzen. Dieser Führerschein ist wertlos, darauf weist der ADAC ausdrücklich hin.

Wer trotzdem fährt, dem drohen empfindliche Geldstrafen und im Wiederholungsfall sogar Gefängnis wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis.

Trotzdem versuchen immer wieder sogenannte „Vermittler“ und „MPU-Berater“ im Internet und in Kleinanzeigen gutgläubige Interessenten abzukassieren. So wird behauptet, dass man gegen entsprechende Bezahlung bei der Wohnsitzbegründung im Ausland hilft und dann der Führerschein nach EuGH-Entscheidungen anerkannt werden müsse. Dabei wird verschwiegen, dass sich diese Gerichtsentscheidungen auf eine frühere Rechtslage beziehen und nicht für Führerscheine gilt, die ab dem 19. Januar 2009 erworben wurden.

Andere Anbieter versprechen, durch gute Kontakte zu ausländischen Behörden rückdatierte Führerscheine zu beschaffen und so das Problem mit dem Stichtag zu umgehen. Wer sich auf solche Machenschaften einlässt, bekommt nicht nur wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis, sondern auch noch wegen Betrug und Urkundenfäl-schung Ärger mit dem Staatsanwalt.

Für besonders clever hält sich ein Internetanbieter, der damit wirbt, dass die für die Anerkennung in Deutschland nötige MPU von einem Psychologen in Tschechien durchgeführt wird – und zwar mit Erfolgsgarantie. Wer auch immer diese „Untersuchung“ im Ausland abnimmt: Mit der MPU eines dafür akkreditierten Instituts hat das jedenfalls nichts zu tun.

In jüngster Zeit werden auch noch Anzeigen geschaltet, in denen auf eine angebliche „ADAC-Hotline“ verwiesen wird und der Anschein erweckt wird, Deutschlands größter Automobilclub zeige Kniffe auf, wie man legal und ohne MPU mit einem ausländischen Führerschein wieder fahren darf.

Tatsächlich landet man auf einer Mailbox eines Führerscheinvermittlers, gegen den der ADAC bereits rechtliche Schritte eingeleitet hat.

Quelle: ADAC

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