Praxistest Mitsubishi Lancer ClearTech „35 Jahre“

21. August 2012 | Von | Kategorie: AUTOMOBILE + FAHRZEUGE, AUTOTESTS

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Eine kompakte Sportlimousine per Excellence

Lancer Test

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Mitsubishi feiert in diesem Jahr 35. Geburtstag in Deutschland.

Zu diesem Ereignis bietet der Hersteller seine Modelle als Sondermodelle „35 Jahre“ und „35 Jahre plus“ an.

Es gibt interessante Preis- und Ausstattungsvorteile.

Wir haben den Mitsubishi Lancer ClearTech „35 Jahre“ , 1,6 MIVEC als Sportlimousine mit 5-Gang-Schaltgetriebe getestet und waren durchaus positiv überrascht.

Der Lancer außen

Mitsubishi hat mit dem Lancer „35 Jahre“ eine formschöne Kompaktlimousine auf die Beine gestellt.

Die Japaner sprechen beim überarbeiteten Lancer von einer „Jetfighter“-Frontansicht. Ganz so martialisch sehen wir das nicht, obwohl die schräg zulaufende Haifischnase, der großzügige und trapezförmige Kühlergrill sowie kräftige Flanken dem Lancer durchaus einen eigenen Charakter verleihen.
Frontspoiler, Seitenschweller, beide in Wagenfarbe, und 16-Zoll Alu-Felgen runden die sportliche Erscheinung äußerlich ab.

Lancer Test

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Der „Kampfjet“ für jedermann verfügt als Sondermodell über eine ganze Reihe von sinnvollen Extras, die allesamt in einem attraktiven Aktionspreis enthalten sind.

Das beginnt bereits bei den Scheinwerfern, die formschön in die Front integriert wurden und setzt sich bei den Bi-Xenon Scheinwerfer mit automatischer Leuchtweiten-Regulierung, Kurvenlicht und im Stoßfänger integrierter Scheinwerfer-Reinigungsanlage fort. Bei so manch einer Konkurrenz sind diese Sicherheitsfeatures auch nicht gegen Aufpreis zu haben.
Für uns ist es der von der Karosserieform bisher harmonischste Lancer, den Mitsubishi produziert hat.
Alle 4 Türen öffnen weit genug, um bequem ein- und auszusteigen. Auch der satte Klang aller Türen sowie des Kofferraumdeckels zeugen neben geringen Spaltmaßen von überdurchschnittlich guter Verarbeitung.
Das spürt man auch bei Fahrten auf rauem Untergrund. Da klappert nichts und da dröhnt auch nichts.
Erwähnenswert sind außerdem die beheizbaren elektrischen Außenspiegel, die Bügeltürgriffe in Wagenfarbe, die Zentralverriegelung mit Fernbedienung sowie die verchromte Fensterzierleiste und Kühlergrill-Umrandung.

Der Lancer innen

Nimmt man hinter dem höhenverstellbaren Lenkrad des Lancer Platz, fühlt man sich auf Anhieb wohl. Angenehm straff gepolsterte Sitze mit praktischen Stoffbezügen lassen Langstreckenkomfort vermuten, den wir während unserer ausgedehnten Testfahrten bestätigen können. Das gilt natürlich auch für die Sitze im geräumigen Fond. Sämtliche Kopfstützen sind höhenverstellbar.

Lancer Test

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Alle wichtigen Schalter liegen griffgünstig erreichbar im Blickfeld des Fahrers und geben auch keinerlei Rätsel auf.
Das Cockpit des Lancer beherbergt zwei klassische Rundinstrumente für Drehzahl und Geschwindigkeit. Zwischen diesen Instrumenten befindet sich der Borcomputer, der zahlreiche Informationen anzeigt: Außentemperatur, Alarmsignal / Warnton „vereiste Fahrbahn“, Durchschnittsgeschwindigkeit, Durchschnittsverbrauch, Kilometerzähler, Kraftstoffanzeige, Kühlmittel-Temperaturanzeige, momentaner Kraftstoffverbrauch, Pausenintervall einstellbar, Restreichweite, Schaltempfehlungsanzeige, Service-Information, Tageskilometer, Türkontrolle. Weitere Anzeigen im Cockpit: Uhr digital, Tachometer analog, diverse Warn- und Kontrollleuchten.

Lancer Test

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Viele praktisches Details wechseln sich ab mit Komfort- und Sicherheitsdetails. Da ist zunächst die Rückfahrkamera mit Farbmonitor im Rückspiegel, die das Einparken enorm erleichtert. Die Sitzheizung für beide Frontsitze steigert den Komfort im Winter. Der automatisch abblendende Innenspiegel, die Bluetooth-Freisprecheinrichtung sowie eine USB- und Bluetooth – Audio-Schnittstelle runden die Ausstattung ebenso ab wie die Radio-CD- /MP3-Kombination mit 6 Lautsprechern, die einen satten Sound produziert. Die Vordersitze bieten ordentlichen Seitenhalt.
Außerdem verfügt der Mitsubishi Lancer „35 Jahre“ über ein benzinsparendes automatisches Start-Stopp-System, was sich uns in Bezug auf das Anlassen während der Stopp-Phasen nicht wirklich erschloss. Unvermittelt nach dem Ausgehen des Motors an eine Ampel sprang er nach unterschiedlichen Zeiten unvermittelt wieder an, ohne dass unsererseits irgendwelche Pedale betätigt, der Ganghebel angefasst oder das Lenkrad berührt wurden. Es ist sicher eine Einstellungssache.

Auch im Fond des Lancer sind zwei Passagiere auf langen Strecken bequem untergebracht, während eine dritte Person in der Mitte eher die Kurzstrecke schätzen wird. Der Radstand von immerhin 2,64 Meter sorgt neben der Bequemlichkeit hinten auch für kurze Überhänge der Karosserie.

Lancer Test

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Ablageflächen in den Türen und Getränkehalter in den mittleren Armlehnen vorn und hinten sind ebenfalls vorhanden.
Nicht unerwähnt wollen wir die fein dosierbare Klimaautomatik des Lancer lassen. Über genügend Luftauslässe, die sich vielseitig einstellen lassen sowie durch ein vielstufiges kräftiges Gebläse steht den Passagieren jederzeit das richtige Klima zur Verfügung.
Zum Lieferumfang des Sondermodells gehört auch ein Navigationssystem der Marke TomTom, Typ Go Live 820 Europe.

Der voll ausgekleidete und beleuchtete Kofferraum ist mit 400 Litern zwar etwas knapp ausgefallen, er lässt sich aber durch die asymmetrisch umklappbaren Rücksitzlehnen enorm erweitern. Ein äußerst praktisches Detail für viele, auch sperrige, Transportanforderungen.

Die Sicherheitsfeatures des Lancer

Lancer Test

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Der Mitsubishi Lancer verfügt über zweistufige Front-Airbags, einen Knie-Airbag für den Fahrer, Seiten-Airbags vorne und Kopf-Airbags vorn und hinten. Weiterhin sind ein Anti-Blockier-System mit automatischer Bremskraftverteilung ebenso an Bord wie die elektronische Stabilitätskontrolle (MASC) und die Traktionskontrolle (MATC).

Vom Multifunktions-Leder-Lenkrad lassen sich Audio-Anlage und Telefon bedienen. Außerdem lassen sich mit einem Knopfdruck von der Fahrertür alle Türen zentral verschließen und öffnen.
Unsere Bremsversuche waren durchweg positiv. Fading trat weder bei mehreren Bremsmanövern hintereinander aus hohen Geschwindigkeiten noch bei langen Bergabfahrten auf.

Dreipunkt-Automatik-Gurte gibt es vorne und hinten. Die Dreipunkt-Automatikgurte vorne sind höhenverstellbar und mit Gurtstraffer und Gurtkraftbegrenzer ausgestattet. Außerdem verfügt der Lancer über eine optische und akustische Gurtwarnung.
ISOFIX-Kindersitzbefestigungen sind auf den äußeren hinteren Sitzplätzen im Lancer verfügbar.

Bei einer Notbremsung schaltet sich die Warnblinkanlage automatisch ein.

Der Lancer im Fahrbetrieb

Lancer Test

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Unser Testwagen war mit dem 1,6 MIVEC Benzinmotor ausgestattet. Er leistet 86 kW / 117 PS bei einem maximalen Drehmoment von 154 Nm.
Die Herstellerangaben in Sachen Verbrauch konnte unser Testwagen nicht ganz bestätigen. Innerorts lag der Verbrauch durchweg bei 7,5 l, außerorts bei 5,2 l. Die CO2 -Emission gibt Mitsubishi mit 128 g/km an.

Der Lancer verfügt über eine gute Übersichtlichkeit. Der Motor ist kein Ausbund an Spurtkraft, hängt jedoch stets willig am Gas und schwimmt sowohl im Stadt- als auch im Überlandbetrieb, auch auf Autobahnen ordentlich mit. Das Geradeauslaufverhalten ist vorbildlich, die Lenkung agiert direkt und in jeder Situation ausreichend leicht jederzeit mit dem Gefühl zur Straße.

Die fünf Vorwärtsgänge lassen sich perfekt und knackig schalten, während der Rückwärtsgang ab und an durchaus etwas Kraft beim Einlegen verlangt. Die Gänge sind perfekt auf die Motorleistung abgestimmt.

Die Geräuschkulisse ist bis zu einem bestimmten Tempo angenehm, wird aber jenseits von 130 km/h etwas laut. Je schneller die Fahrt desto lauter der Geräuschpegel, der 1600ter fängt dann an zu brummen, ohne jedoch unangenehm aufzufallen.

Mitsubishi hat bei der Abstimmung des Lancer-Fahrwerks viel Wert auf europäische Verhältnisse gelegt- mit Erfolg, wie wir finden. Sportlich straff und trotzdem langstreckenkomfortabel, das ist Mitsubishi perfekt gelungen.

Auch bei schneller Kurvenfahrt bleibt der Lancer durchaus gutmütig. Nur mit energischem Lenkradeingriff kann man das Heck zu einem leichten Tänzchen bewegen, was die Reifen mit einem lauten Quietschen quittieren.

FAZIT

Der Mitsubishi Lancer 1,6 MIVEC ClearTech „35 Jahre“ ist eine rundum gelungene Kompaktlimousine mit hohem Reifegrad und niedrigen Verbräuchen. Er ist sowohl sportlich zu fahren als auch ein zuverlässiger Begleiter für lange Reisen. Auch wenn wir uns bei der ein oder anderen Gelegenheit etwas mehr Durchzugskraft gewünscht hätten, halten wir den 1,6 Liter-Motor durchaus für ausreichend, um alle Alltagssituationen zu bewältigen. Er bietet 4 Personen hervorragenden Langstreckenkomfort und vielfältige Beladungsmöglichkeiten durch seinen variablen Kofferraum.
Sein Sonderpreis von € 16.990,- kann sich sehen lassen und wird so manchen Mitbewerber das Fürchten lehren.

Lancer Test

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Wolfgang A. Bocksch

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