Vor- und Nachteile von Voll- und Teilkaskoversicherungen

21. Juni 2016 | Von | Kategorie: Ratschläge

Wann lohnt sich welches Versicherungsmodell?

Das Risiko abwägen

Kaskoversicherungen decken Schäden am eigenen Fahrzeug ab. Im Gegensatz zur gesetzlichen Kfz-Haftpflichtversicherung, die für Schäden an fremden Fahrzeugen, Personen und Gütern in Anspruch genommen werden kann, ist die Kaskoversicherung eine freiwillige Versicherung, die nicht gesetzlich vorgeschrieben ist. Fahrzeughalter haben hierbei die Wahl zwischen Vollkasko oder Teilkasko. Für wen lohnt sich Teilkasko, für wen Vollkasko?

Vorteile der Teilkasko:
– Günstigere Prämien im Verhältnis zur Vollkasko
– Deckt bereits viele Schäden ab

Die Teilkasko tritt in Kraft bei:

Teilkaskoschaden Hagel

Teilkaskoschaden Hagel

– Diebstahl des ganzen Wagens oder Gegenständen aus dem Wageninneren
– Schäden durch höhere Gewalt wie Sturm, Hagel, Überschwemmung, Blitzschlag, Feuer, Explosion
– Kurzschluss (auch durch Marderbiss)
– Glasbruch
– Wildunfällen (mit Tieren nach dem Bundesjagdgesetz, wonach vor allem Rehe, Hirsche, Wildschweine und Füchse zählen)

Vorteile der Vollkasko:
– Schließt Teilkasko mit ein
– Deckt auch Schäden am eigenen Wagen bei selbstverschuldeten Unfällen
– Reguliert alle Unfallschäden die durch Tiere zustande gekommen sind
– Kommt bei mutwilligen Beschädigungen auf, zum Beispiel bei Lackkratzern
– Tritt auch bei Unfallflucht des Gegners in Kraft, wenn dessen Haftpflichtversicherung nicht zahlt

Für wen lohnt sich eine Vollkasko?

Vollkaskoschaden

Vollkaskoschaden Totalschaden

Es kommt hierbei vor allem auf den Wert des Wagens, den Wagentyp sowie das Alter des Fahrzeugs und auch des Fahrzeughalters an. Entscheidend ist auch, wie viele Jahre Unfallfreiheit besteht. Bei einem Neuwagen oder einem Pkw, der noch nicht abbezahlt wurde, ist eine Vollkaskoversicherung ratsam. Die Prämie ist im Vergleich zur Teilkasko hoch und lohnt sich im Grunde nur, wenn der Wagen einen dementsprechenden Wert darstellt. Bei einem alten, reparaturanfälligen Wagen lohnt sich eine Vollkasko meist nicht, die gesetzliche Kfz-Haftpflichtversicherung ist oft sogar völlig ausreichend. Es sei denn, der Fahrzeughalter ist viele Jahre lang unfallfrei gefahren, dann kann er den Schadenfreiheitsrabatt in Anspruch nehmen, was im Verhältnis zur Teilkasko sogar günstiger sein kann. Bei der Teilkasko müssen hingegen immer feste Beitragssätze gezahlt werden. Eine Vollkaskoversicherung ist außerdem jugendlichen Fahrern anzuraten, die erfahrungsgemäß die höchste Unfallrate haben.

Für wen lohnt sich Teilkasko?

Es ist vor allem einen Frage des Geldes, wer sich die teurere Vollkasko nicht leisten kann, aber auf einen erweiterten Versicherungsschutz nicht verzichten möchte, sollte auf die Teilkasko zurückgreifen. Sie deckt im Grunde die meisten Schäden ab und insofern es sich nicht um einen Neuwagen handelt, ist diese meist völlig ausreichend.

Auf das Kleingedruckte achten und vergleichen

Im Leistungsumfang gibt es bei den einzelnen Versicherungen Unterschiede, deshalb sollte auf das Kleingedruckte geachtet werden, um die für sich günstigste Teilkasko oder Vollkasko abzuschließen. Entscheidend für die Höhe des Beitragssatzes sind
– die jeweilige Fahrzeugtypklasse
– der Wohn-, bzw. Zulassungsort des Fahrzeughalters (Regionalklasse)
– die Höhe der Selbstbeteiligung im Schadensfall
Vollkasko oder Teilkasko ist meist eine individuelle Entscheidung, die sorgsam abgewägt werden sollte.

HEPPNERmedia

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