VW E-UP! – Der Käfer des 21. Jahrhunderts

19. September 2009 | Von | Kategorie: AUTOMOBILE + FAHRZEUGE

Neue kleine Familie mit Elektromotor – der E-UP!

Angetrieben wird der 135 km/h schnelle 3+1-Sitzer E-UP! von einem Elektromotor mit einer Spitzenleistung von 60 kW (Dauerleistung: 40 kW). Aus dem Stand heraus entwickelt der vorn eingebaute Motor des Fronttrieblers ein maximales Drehmoment von 210 Newtonmetern. Den Vor- oder Rückwärtsgäng aktiviert der Fahrer per Drehknopf in der Mittelkonsole. Der E-Up! wird ganz eindeutig Fahrspaß bieten; das zeigt ein Blick auf den klassi-chen 0-auf-100-km/h-Sprint: 11,3 Sekunden. Noch mehr Agilität entwickelt der E-Up! beim innerstädtischen Zwischenspurt von 0 auf 50 km/h: 3,5 Sekunden. Diese Dynamik ist einerseits auf die hervorragende Drehmomentcharakteristik des Elektromotors, andererseits auf das niedrige Gesamtgewicht des E-Up! von nur 1.085 Kilogramm zurückzuführen.
Lithium-Ionen-Batterie: Das niedrige Gewicht ist umso bemerkenswerter, weil hiervon 240 Kilo auf die Lithi-um-Ionen-Batterie entfallen. Mit der realisierten Batteriekapazität von 18 Kilowattstunden (kWh) können je nach Fahrweise Distanzen von bis zu 130 Kilometern zurückgelegt werden – genug also für die City und die Fahrten der meisten Pendler. „Betankt“ wird der E-Up! zuhause in der Garage, im Parkhaus oder unterwegs an einer der künftigen City-Stromsäulen, die via Chipkarte freigeschaltet werden. In Abhängigkeit von der vorhandenen Ladeinfrastruktur und dem aktuellen Ladezustand kann die Speicherbatterie in gut einer Stunde auf bis zu 80 Prozent ihrer Gesamtkapa-zität nachgeladen werden.

Sollen die Batterien, etwa in der heimischen Garage, über das 230-Volt-Hausnetz geladen werden, dauert das maximal fünf Stunden. In der Regel wird das über Nacht zu den dann besonders günstigen Schwachlast-Stromtarifen passieren. So betankt, fährt der E-Up! für nur zwei Euro Stromkosten 100 Kilometer weit (ca. 14 Cent / kWh).
Die Batterien selbst befinden sich im Unterboden des E-Up!. Um das Gewicht des Batteriesystems optimal zu verteilen, gibt es eine spezielle, crashgeschützte Wanne in der Bodengruppe, die die Zellen aufnimmt. Für einen konstanten Wärmehaushalt innerhalb der Batterie sorgt eine Luftkühlung. Die hierfür benötigten Lüfter und Wärmetauscher wurden im vorderen Bereich des Unterbodens untergebracht.

Integralantrieb:
Alle wesentlichen Antriebs- und Nebenaggregate wurden vorn im Motorraum integriert. Ein elementarer Beitrag zur Gewichtssenkung und Reduzierung des Bauraumbedarfs für die Antriebseinheit wird durch eine integrierte Form des elektrischen Antriebes geleistet. Hintergrund: Im sogenannten Integralantrieb werden in kompakter Form alle für den Triebstrang wichtigen Komponenten vereint. Hierbei bildet der Elektromotor zusam-men mit dem Getriebe und dem Differential das Herzstück dieses Antriebs. Die Energieversorgung erfolgt über einen Hochleistungs-Pulswechselrichter, der zusammen mit dem 12-Volt-Bordnetz-DC/DC-Wandler und dem Ladegerät zum kompakten Integralantrieb zusammengefasst ist. Mit einem Gewicht von nur 140 Kilogramm ist der Integral-antrieb zudem sehr leicht. Die Vorteile zusammengefasst: Geringer Bauraum bei bestem Akustikkomfort, hohe Drehmoment- und Leistungsentfaltung sowie eine starke Fahrperformance in der City. Das System wird deshalb den Anforderungen an einen innovativen Elektroantrieb in geradezu idealer Weise gerecht.

Design – der Käfer des 21. Jahrhunderts
Dass auch emissionslose Volkswagen alles andere als emotionslos sein werden, stellt der E-Up! unter Beweis. Für den E-Up! wurde ein Layout entwickelt, das die visuelle Bandbreite der künftigen New Small Family auf-zeigt. Zu den bislang vorgestellten Studien dieser neuen Baureihe – dem Up! (Cityspezialist), Space-Up! (Microvan) und Space-Up Blue! (Brennstoffzellen-Van) – gesellt sich mit dem E-Up! dabei eine Design-Stufe, in der sich noch stärker das künftige Serienauto widerspiegelt.
Die Linienführung folgt konsequent der Volkswagen Design-DNA der Neu-zeit. Prägende Stilmerkmale: Einfachheit, Reinheit, Beständigkeit und Perfektion im Hinblick auf die Technologien und die Qualität. Groß ist der E-Up! 3,19 Meter (Länge) x 1,64 Meter (Breite) x 1,47 (Höhe) Meter. Der Radstand beträgt 2,19 Meter.
Außendesign: Obwohl der E-Up! stilistisch aus dem Up! herausgearbeitet wurde, unterscheidet sich das Elektroauto von den konventionell motorisierten Modellen der neuen Baureihe. Beispiel Frontpartie: Sie fügt sich perfekt in das neue Familiengesicht der Marke ein, zitiert aber gleichzeitig im Bereich der Motorhaube eine der größten Ikonen der Automobilgeschichte – den Käfer. Gleichwohl zeigt der E-Up! nicht den Hauch eines Retro-Designs; vielmehr schufen die Designer hier neue und stilistisch unverwechselbare Stilmittel, die den kleinen Volkswagen weit in die Zukunft tragen.
In dieses Bild passen die Frontscheinwerfer mit ihren facettenartigen Leuchtkörpern, die sich über die gesamte Breite des Glaskörpers erstrecken. Ein weiteres interessantes Detail sind die Nebelscheinwerfer. Sie lassen sich auf den ersten Blick kaum als das ausmachen, was sie sind. Stilprägend ist zudem die im Stoßfänger umlaufende schwarze Linie – ein typisches Merkmal der New Small Family. Es gibt kaum Öffnungen in der Frontpartie, da auf eine separate Kühlung der Antriebseinheit verzichtet werden kann.
Mehr als eine Hommage an den Käfer ist das VW-Logo auf der V-förmigen Motorhaube des E-Up!: Hinter dem aufklappbaren Zeichen verbirgt sich die hier integrierte Schnittstelle zum Aufladen der Batterien. Diese Position der Steckdose bietet den Vorteil, dass der E-Up! sowohl via rechts als auch links an Straßenrändern angeordneten Lade-stationen oder direkt von vorn mit Energie versorgt werden kann.
Analog zur Volkswagen Design-DNA zeichnen sich auch die Seitenpartien durch eine hohe, stilistische Reinheit aus, die dem in den 20-iger Jahren in Deutschland kreierten Bauhaus-Prinzip des ‚weniger ist mehr’ folgen.
Heckklappe und hinterer Stoßfänger folgen in ihrer Grundgrafik dem Up! der ersten Stunde. Die erneut komplett ver-glaste Heckklappe weist jetzt allerdings deutlich größere Rückleuchten in dunkler Rauchglasoptik auf.
Das Dach des E-Up! ist auf einer Fläche von 1,4 Quadratmetern mit Solarzellen ausgestattet. Diese Fläche zwischen dem hinteren Teil des Dachkantenspoilers und der Windschutzscheibe kann durch das Herunterklappen der ebenfalls mit Solarzellen bestückten Sonnenblenden auf insgesamt 1,7 Quadratmeter vergrößert werden. Die Solarzellen speisen permanent Energie in das Bordnetz ein und versorgen im Stand die Fahrzeuglüftung, um den Innenraum zu kühlen.

Innenraum I – Instrumente und Bedienung
Die Stilistik des Innenraumes wurde im völligen Einklang mit dem Exterieur-Design entworfen und weist analog eine ähnlich technisch-puristische geprägte Ästhetik auf. Um den Energiehaushalt der Elektroautos nicht unnötig zu belasten, wurden Features wie die Außenspiegeleinstellung und die Fensterheber manuell ausgelegt. Gleichwohl setzt sich der hoch innovative E-Up! mit einer künftigen Generation von Hightech-Bedienungs-elementen in Szene. Die sind stets selbsterklärend und damit intuitiv steuerbar, um das Fahren und Leben mit diesem Volkswagen so einfach und stressfrei wie nur möglich zu gestalten.

Innenraum II – 3+1-Sitzkonzept
Absolut überraschend sind die großzügigen Platzverhältnisse, die auf einer Fahrzeuggrundfläche von nur 5,1 Qua-dratmetern realisiert wurden. Verantwortlich für dieses clevere Packaging sind mehrere Faktoren. Erstens: Das in der Größe reduzierte Armaturenbrett wurde weiter als üblich nach vorn Richtung Motorraum verlagert. Möglich wurde dies unter anderem durch eine Optimierung der Bauteile innerhalb der Schalttafel. Zweitens: Der kleine Volkswagen ist ein 3+1-Sitzer. Das bedeutet folgendes: Der Beifahrersitz befindet sich dank der nach vorn verlagerten Armaturen ebenfalls weiter vorn; und zwar um 50 Millimeter. Durch diese Anordnung vergrößert sich der Knieraum im Fond hinter dem Beifahrer massiv. Auf der Beifahrerseite können deshalb bequem zwei Erwachsene sitzen. Das Einsteigen erleichtert hier zudem eine Easy-Entry-Funktion, durch die der Beifahrersitz um bis zu 270 Millimeter von der Rückbank abgerückt werden kann. Hinter dem „normal“ angeordneten Fahrersitz gibt es indes weniger Knieraum; der Platz hier wurde als Notsitz ausgelegt.
Zusätzliche Bewegungsfreiheit verschafft den Fond-Passagieren der abgesenkte Mitteltunnel vor der Rücksitzbank; er dient dabei als zusätzliche Fußablage. Möglich macht das der Einsatz einer elektrischen Parkbremse im Stile des Passat, so dass auf der Fußablage kein Hebelwerk im Wege steht.

Kofferraum:
Damit nicht genug der cleveren Package-Lösungen: Zur Komfortoptimierung im Fond ist die Rück-sitzlehne 40 zu 60 teilbar. Mit dem Umklappen der Lehne auf der Fahrerseite (40-Prozent-Teil) vergrößert sich das Ladevolumen von 85 auf 180 Liter (bei Beladung bis zur Oberkante der Vordersitzlehne). Dieser Stauraum kann durch eine aus der umgelegten Lehne herausklappbare Laderaumbegrenzung seitlich geschlossen werden. Sobald die Rücksitzlehne komplett umgeklappt wird, ergibt sich ein Kofferraumvolumen von 320 Litern respektive sogar 520 Litern bei dachhoher Beladung. Für den Transport längerer Gegenstände kann zudem die Beifahrersitzlehne in eine Durchladeposition geklappt werden. In diesem Fall nimmt der E-Up! Gegenstände mit einer Länge von bis zu zwei Metern auf.
Dieser hohe Grad der Variabilität wird auch die mit Sicherheit erschwingliche Serienversion eines per Elektromotor angetriebenen Up! auszeichnen. Denn Elektroautos müssen in der Tat bezahlbar und kompromisslos alltagstauglich sein.

 
 
Dimensionen/Fahrwerk  
Länge 3.199 mm
Breite 1.641 mm
Höhe 1.468 mm
Radstand 2.190 mm
Vorderer Überhang 555 mm
Hinterer Überhang 454 mm
Vorderachse McPherson
Hinterachse Verbundlenker
   
Motor  
Motor Elektromotor
Leistung (max. / dauerhaft) 60 kW / 40 kW
Max. Drehmoment 210 Nm
   
Getriebe / Reifen  
Getriebe EQ 210 (1-Gang-Getriebe )
Antrieb Frontantrieb
Reifengröße 185/50 R16
   
Fahrleistungen  
0-50 km/h 3,5 s
0-100 km/h 11,3 s
Höchstgeschwindigkeit 135 km/h

Quelle & Fotos: Volkswagen AG

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Ein Kommentar auf "VW E-UP! – Der Käfer des 21. Jahrhunderts"

  1. Karl Birner sagt:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    es ist ja sehr schön, zu sehen, dass sich auch bei VW in dieser Richtung etwas tut.

    Aber wie so oft wird auch hier wie immer um den heißen Brei herumgeredet, wenn es um den
    Preis des Fahrzeugs geht. Oder beziehungsweise überhaupt nicht darüber gesprochen. Dieses
    Fahrzeug darf doch im Endeffekt nur etwa 30 % mehr kosten als ein Lupo.

    Hier hat man immer das Gefühl, dass über den Preis (Kleinserie) verhindert werden soll, dass das
    Produkt in größeren Stückzahlen verkauft werden kann

    Ich bin überzeugt, das sich viele Leute, die ein Stadtauto brauchen, ein solches Auto zulegen würden,
    wenn der Preis stimmt! Vielleicht könntet Ihr das Gerät ein bisschen als MiniSUV machen – nicht größer, nur etwas höher in Sitzposition und Einstieg, damit sich auch die älteren Herrschaften (wegen der Einstiegshöhe) für dieses Fahrzeug entscheiden würden. Unterschätzt dieses Potential nicht und hört endlich auf immer Ps-stärkere und Kraftstoff-fressende Ungeheuer zu bauen, die technisch zwar fan-
    tastisch sind, aber in der heutige Situation völlig falsch am Platz sind.

    Also überlegt es Euch gut und lasst Euch nicht von der Benzin-Lobby dauernd gängeln und macht
    endlich Nägel mit Köpfen. Der Umwelt würde es sehr gut tun!!

    Mit freundlichen Grüßen

    Karl Birner

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