Der Bremsweg

24. September 2014 | Von | Kategorie: MOTORSPORT-News

Entscheidend bei der Unfallvermeidung

Um Unfälle aller Art möglichst zu vermeiden, ist der Bremsweg, der sich aus guten Reifen mit ausreichendem Profil und kurzer Reaktionszeit ergibt, ein ganz wichtiger Faktor. Dazu ist es unerlässlich, dass alle mechanischen und elektronischen Komponenten, die ursächlich mit dem Bremsvorgang zusammenhängen, in bestem Zustand sind und einwandfrei funktionieren.

Bremsweg

Bremsweg

Aber nicht nur gute Reifen und Reaktionszeiten sondern auch äußere Bedingungen wie Straßenzustand und Witterung tragen in erheblichem Maße dazu bei, wie lang letztendlich ein Bremsweg ist. Die richtige Reifenwahl ist dabei unerlässlich, wobei von sogenannten Ganzjahresreifen eher abzuraten ist.
Mit einigen Formeln lässt sich der Bremsweg ganz einfach berechnen.

Dabei ist die gefahrene Geschwindigkeit, die in km/h gemessen wird, ein wichtiger Faktor.

Die Formeln

Haben die Reifen noch genug Halt oder Grip, wie man im Motorsport sagt und ist bei Mechanik und Elektronik alles in Ordnung? Für die Berechnung des Bremsweges sind das die wichtigsten Vorausset-zungen. Die Profiltiefe eines Reifens trägt maßgeblich zur Länge des Bremswegs bei. Notfalls müssen die Reifen gewechselt oder in eine Werkstatt die Technik überprüft werden.

Den Bremsweg berechnet man, indem man die Geschwindigkeit des Fahrzeugs (km/h) durch zehn teilt. Diesen Wert multipliziert man wiederum mit zehn.

Formel01_BremswegDiese sogenannte Faustformel ist jedoch noch nicht alles. Viel wichtiger als der reine Bremsweg ist der Anhalteweg, der beschreibt, wie lange ein Fahrzeug benötigt, um zum Stehen zu kommen. Bei einem möglichen Unfall und bei Gefahrensituationen kann das von entscheidender Bedeutung sein.

Der Anhalteweg berechnet sich aus dem Reaktionsweg des Fahrzeugführers und aus dem Bremsweg.

Bremsweg in m + Reaktionsweg in m = Anhalteweg in m

Ebenso wichtig wie der Bremsweg ist der Reaktionsweg. Hier wird die Zeitspanne zwischen dem Erkennen einer Gefahr und der Reaktion des Fahrzeugführers berechnet. Das Ergebnis zeigt die Strecke, die das Fahrzeug in dieser Zeit zurückgelegt hat. Jetzt erst beginnt die tatsächliche Bremsung und der Bremsweg kommt noch hinzu.

Der Reaktionsweg zeigt also die Reaktionsfähigkeit des Fahrzeugführers und verlängert damit den Anhalteweg um die in dieser Zeit zurückgelegte Strecke des Fahrzeugs.

Die Formel berechnet sich, wie folgt: Reaktionsweg in Metern gleich dreimal Geschwindigkeit (km/h) geteilt durch zehn.

Reaktionsweg in m = 3 x Geschwindigkeit [km/h] : 10

Ein wichtiger Bestandteil der Führerscheinausbildung sind die Faustformeln für Bremsweg, Reaktionsweg und Anhalteweg. Sie bewirken, dass Gefahrensituationen richtig eingeschätzt werden, um rechtzeitig zu bremsen. Die Formeln können aber auch helfen, den Zustand des Fahrzeugs richtig zu deuten und gegebenenfalls die Reifen rechtzeitig zu wechseln.
Anzeichen für Reifenverschleiß sind immer untrügerische Vorzeichen dafür, dass der Bremsweg länger ist, als er sollte. Damit sind Gefahren und auch Unfälle im Straßenverkehr vorprogrammiert.

FAZIT

Sebastian Vettel Foto: Tirendo

Sebastian Vettel
Foto: Tirendo

Bremsweg und Reaktionsweg ergeben also den Anhalteweg.

Formel02_Anhalteweg Bei diesen Faustformeln wird eine Reaktionszeit von 1 Sekunde angenommen. Bei der normalen Bremsung wird eine Verzögerung von ca. 4m/sec² und bei der Gefahrbremsung von ca. 8m/sec² angenommen.

Reifen mit einer Profiltiefe von 8 Millimetern (Neureifen) sind ideal. Mit jeder Reduzierung der Profiltiefe verlängert sich der Anhalteweg überproportional. Reifen mit der gesetzlichen Profil-Mindesttiefe von nur 1,6 Millimetern sind eigentlich nicht mehr zu empfehlen und dringend zu wechseln.

Weitere Informationen zum Thema Reifen und Felgen finden Sie auch im Tirendo-Magazin.

HEPPNERmedia, Wolfgang A. Bocksch
Fotos: Tirendo

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