Praxistest Subaru Forester 2.0D Comfort MT Edition

4. Februar 2013 | Von | Kategorie: AUTOMOBILE + FAHRZEUGE, AUTOTESTS

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Der Chef in seinem Revier

Praxistest Subaru Forester

Praxistest Subaru Forester

Die erste Generation des Subaru Forester feierte sein Debut 1997. Mit 200 mm Bodenfreiheit überwindet er seither auch grobe Bodenunebenheiten und bietet gute Sicht nach allen Seiten.
Wir testeten die dritte Generation des Forester, die seit 2008 auf dem Markt ist.

Auch dieser japanische Crossover SUV gefällt auf Anhieb, wenn man hinter dem Lenkrad Platz nimmt. Man fühlt sich auf Anhieb wohl, was vielleicht auch daran liegt, dass er nicht mit Assistenzsystemen überfrachtet ist, für deren Bedienung man in Konkurrenzmodellen beinahe ein Studium absolvieren müsste.

Mit 3.825 Einheiten machte der Forester 2010 gut die Hälfte aller Subaru-Verkäufe in Deutschland aus.
Weltweit erfreut sich der Forester großer Beliebtheit nicht zuletzt wegen seines einmaligen Diesel-Boxermotors, der einen niedrigen Schwerpunkt ermöglicht und sich sehr positiv auf die Fahreigenschaften auswirkt.

Der Forester außen

Praxistest Subaru Forester

Praxistest Subaru Forester

Beim Design wählte Subaru eine relativ elegante Form, die jedoch die Zweckmäßigkeit in Bezug auf Kompaktheit und Übersicht nicht vermissen lässt. Zahlreiche Sicken, Kanten und Ecken sollen einen kraftvollen und muskulösen Eindruck vermitteln, ohne barock zu wirken.
Formschöne Scheinwerfer fügen sich homogen in die Front mit dem markanten Kühlergrill und dem Subaru-Logo, basierend auf dem Motiv des Falkenauges ein. Auch die Kombinationsheckleuchten verleihen dem Heck des Forester einen modernen Look.

17-Zoll-Aluräder passen sehr gut zur Gesamtoptik. Die bis in den Felgenkranz reichenden Speichen der Alu-Felgen zeigen den großen Durchmesser der Räder.

Die charakteristische SUV-Optik wird unterstrichen durch die markanten Radläufe.

Dachreling, Dachantenne, Nebelscheinwerfer, Enteiser für die Scheibenwischer vorne, um nur Einiges zu nennen, runden den äußeren Eindruck ab.
Bleibt noch zu erwähnen, dass der Forester über eine oberflächenverzinkte, selbsttragende Ganzstahlkarosserie verfügt.

Der Forester innen

Praxistest Subaru Forester

Praxistest Subaru Forester

Öffnet man die weit aufschwingenden Türen und nimmt hinter dem höhen- und neigungsverstellbaren Lederlenkrad Platz, fällt sofort auf, wie übersichtlich der Forester nach allen Seiten hin ist. Große klar gezeichnete Rundinstrumente sind gut ablesbar. Der Bordcomputer oben auf dem Armaturenträger zeigt alle wichtigen Informationen wie Außentemperatur, Durchschnittsverbrauch, Momentanverbrauch und Uhrzeit.
Vom Lenkrad aus können der Tempomat, die Audio-Anlage und das Telefon bedient werden.

Unter der Bordcomputeranzeige befindet sich ein großes 4,3-Zoll Farbdisplay für die Audio-Anlage, die relativ einfach zu bedienen ist. Hier sorgen 7 Woofer-Hochleistungslautsprecher und vielfache Einstellmöglichkeiten für optimalen Höhrgenuss. Die Kompatibilität mit Bluetooth und iPod-Systemen sind hier Standard.

Legt man den Rückwärtsgang ein, erscheint ein klares Bild der Rückfahrkamera mit eingeblendeten Leitlinien, die das Einparken erleichtern. Weiter unten findet man die Bedienelemente der Zweizonenklimaautomatik, die sich quasi von alleine erklärt.

Das Ledergestühl ist sehr bequem, auch wenn die Sitzflächen für unseren Geschmack etwas zu kurz geraten sind. Die hinteren Sitzlehnen sind auch in der Neigung verstellbar, was die Fondpassagiere sehr bequem reisen lässt.

Praxistest Subaru Forester

Praxistest Subaru Forester

Unser Testwagen des Modelljahres 2011 hatte die gehobene Ausstattung „Comfort MT Edition“ , welche u.a. Lederausstattung, getönten Scheiben, ein elektrisches Panorama Glasschiebedach, elektrische Fensterheber, beheizbare und anklappbare Außenspiegel, gebürstetes Aluminium auf der Mittelkonsole und den Seitenteilen, Flaschenablagen vorne und hinten, ein geräumiges und beleuchtetes Handschuhfach, aktive Kopfstützen vorne, Mittelarmstützen vorne und hinten, etc. beinhaltet.

Diese Aufstellung könnten wir beliebig weiter fortführen, so reichhaltig ist die Ausstattung des Forester in der  „Comfort MT Edition“ – Ausstattung. Aber es gibt ja auch noch die Webseiten von Subaru, wo man alles nachlesen kann.

Das Erscheinungsbild des Forester wirkt kompakt, kraftvoll und dynamisch. Er kann sich durchaus mit seiner Konkurrenz messen lassen.

Die Sicherheitsfeatures des Forester

Unser Forester hatte kein serienmäßig eingebautes Navigationssystem. Im Fahrzeug lag aber ein mobiles Gerät, nun ja, besser als gar kein Gerät.

Praxistest Subaru Forester

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Der Forester weist Verbesserungen im Seitenaufprallschutz auf, damit das Fahrzeug im Notfall schnell verlassen werden kann. Außerdem verfügt er über einen Klemmschutz an allen Türen, was so viel bedeutet, dass sie im Falle eines Unfalls nicht miteinander verklemmen.
Ein weiterer Sicherheitsaspekt ist der Fanmechanismus der Fondtüren. Dadurch soll verhindert werden dass die Türen bei einem Seitenaufprall in den Innenraum dringen.

Auch für den Fußgängerschutz wurden gezielte Verbesserungen an der Front des Forester vorgenommen.
Seiten- und Vorhangairbags gehören zur Serienausstattung. Nach Optimierung bieten letztere eine vergrößerte Schutzfläche im Brustbereich.
Der Forester verfügt über aktive Kopfstützen. Sie verfügen über eine doppelte innere Struktur um die Aufprallenergie auf den Kopf zu absorbieren. Ebenso nehmen auch die Sitzlehnen Energie auf, wenn die Passagiere nach hinten gedrückt werden.

Auch die Steifigkeit der Karosserie wurde stark verbessert. Der Forester verfügt über eine oberflächenverzinkte, selbsttragende Ganzstahlkarosserie.
Vier Scheibenbremsen mit Bremskraftverstärker, 4-Kanal-ABS, Bremsassistenzsystem und Berganfahrhilfe tragen ebenfalls zur Sicherheit bei. Die Servolenkung erfolgt elektronisch und reagiert auf Fahrzeuggeschwindigkeit und Lenkmanöver.

Der Reifendurchmesser wurde wegen der Ausgewogenheit entsprechend der Karosseriegröße vergrößert, was ihm gut zu Gesicht steht.

Der Forester im Fahrbetrieb

Praxistest Subaru Forester

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Unser Testwagen war ein Forester 2.0D in der Ausstattung Comfort MT Edition. In vielerlei Hinsicht kann man die Modellpflege und Weiterentwicklung des Forester erkennen. Sitzt man hinter dem multifunktionalen Lederlenkrad, blickt man auf klassische Rundinstrumente, Anzeigen des Bordcomputers und in der Mitte der Armaturentafel auf digitale Anzeigen und ein großes Display – alles ist gut ablesbar, verständlich dargestellt und in sich auch logisch. Alle Knöpfe und Schalter sind gut erreichbar und machen einen qualitativ hochwertigen Eindruck.
Trotz des großen mittigen Displays war kein fest eingebautes Navigationsgerät an Bord. Allerdings be-fand sich ein mobiles Navi im Fahrzeuginneren.

Die Audio-Anlage gehört mit 7 Lautsprechern plus Subwoofer zu den herausragenden Ausstattungsdetails des Forester. Mit den vielfachen Einstellmöglichkeiten lässt sich durchaus Konzerthausfeeling zaubern.

Praxistest Subaru Forester

Praxistest Subaru Forester

Die Verarbeitung ist solide und an Ablagen mangelt es nicht. Das große Glasschiebedach lässt üppig Licht in den Innenraum, was das Fahrzeuginnere noch einmal geräumiger erscheinen lässt.
Haptisch fühlt sich alles wertig an, wenn auch beim Fahren auf Kopfsteinpflaster ein deutliches Dröhnen aus dem hinteren Bereich des Forester zu vernehmen ist. Auch beim Zuschlagen der Türen würden wir uns einen satteren Klang wünschen. Das können Mitbewerber in dieser Preisklasse deutlich besser.

Die Sitzflächen der Ledersitze sind zu kurz geraten. Man kann sie dennoch als bequem bezeichnen. Die Sitzlehnen im Fond sind sogar in der Neigung verstellbar, was den Komfort hinten deutlich erhöht.

Die Übersicht und Rundumsicht im Forester ist tadellos. Die Rückfahrkamera mit Hilfslinien im großen Display lässt das Einparken zum Vergnügen werden.

Die Fahreindrücke des Forester sind mit dem Zweiliter-Diesel-Boxermotor ordentlich, wenn auch nicht überragend, obwohl man durchaus Größeres erwartet im Anblick der großen Lufthutze auf der Fronthaube. Diese versorgt den

Praxistest Subaru Forester

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Ladeluftkühler mit Frischluft und lässt erkennen, dass hier ein Diesel-Herz schlägt.
Mit 350 Nm hat er unten herum genug Drehmoment für einen kraftvollen Antritt. Doch ab 2.400 Touren lässt die Kraft dann deutlich nach. Mehr als 10 Sekunden vergehen, bis 100 km/h erreicht werden. Um die von uns ermittelte Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h zu erreichen, muss man sich etwas in Geduld fassen.
Der Verbrauch ist mit durchschnittlich 6,0 Litern als moderat einzustufen.
Dennoch gebührt diesem Diesel eine besondere Stellung, da es sich um den weltweit ersten Boxer-Dieselmotor handelt. Er verrichtet seine Arbeit stets dezent, wenn man von der Kaltlaufphase einmal absieht. Bauart bedingt läuft der Dieselmotor sehr vibrationsarm, da sich die Massenkräfte durch die gegenläufige Bewegung der Zylinder selbst neutralisieren.

Bei Minusgraden im einstellige Bereich haben wir sehr lange gebraucht, um es in unserem Testkandidaten warm zu empfinden, auch wenn die vorgewählte Temperatur bei 29°C lag. Da half nur das Zuschalten der Sitzheizung auf den vorderen Plätzen. Aber vielleicht ist das ja nur eine Einstellungssache in der Wekstatt.

Sowohl auf Landstraßen als auch auf Autobahnen im Langstreckenbetrieb zieht der Forester, der permanent mit Allradantrieb fährt, souverän seine Bahn und lässt sich auch nicht durch Seitenwind oder schlechte Wegstrecke beeindrucken. Der Geradeauslauf ist einwandfrei.
Die Federung ist komfortabel ausgerichtet, ohne zu weich oder gar schwammig zu wirken. Die Lenkung ist gegenüber Mitbewerbern aber eher als indirekt zu bezeichnen

Praxistest Subaru Forester

Praxistest Subaru Forester

Wenn er auch nicht für schwereres Gelände gemacht ist, so fühlt er sich abseits geteerter Straßen sichtlich wohl. Uns haben ausgedehnte Fahrten durch Brandenburgs Wald und Flur bei Nässe, Schnee, Eis und Unwegsamkeit sehr viel Spaß gemacht. Als Forester = Förster fühlte er sich stets pudelwohl.
Eine Geländeuntersetzung fanden wir aber ebenso wenig, wie eine Bergabfahrhilfe. Dafür ist der Forester mit Schaltgetriebe mit einer Berganfahrhilfe ausgestattet.
Das lässt dann von Ausflügen in schwierigere Geländeformen eher absehen.
Der Forester wird als Zugfahrzeug speziell von Pferdeliebhabern geschätzt. Immerhin sind Anhängelasten von bis zu 2.000 kg gebremst erlaubt. Die Niveauregulierung an der Hinterachse erleichtert den Hängerbetrieb entsprechend.
Apropos Bremsen: Das Bremsverhalten ist dank Zweikreisbremsanlage mit Doppelkammer-Bremskraftverstärker und elektr. Bremskraftregelung für die Hinterachse sowie Scheibenbremsen vorn und hinten über jeden Zweifel erhaben, was das Sicherheitsgefühl im Forester noch verstärkt.

Wenn die Rückbank im Kofferraum per Tastendruck umgeklappt wird, entsteht im Forester ein ebener Ladeboden, der sich dadurch von klassenüblicher Größe von 450 auf immerhin 1.660 Liter erweitern lässt. Da der Forester nicht so hoch baut wie klassische Geländewagen, lässt sich auch Sperriges ange-nehm leicht einladen und befördern.

Fazit:

Der Subaru Forester ist ein gelungener Crossover SUV, der zuverlässig und ohne großen modischen Schnickschnack seine Pflicht tut und das zuverlässig, bequem, rustikal und dabei durchaus auch ansehnlich. Er ist ein Begleiter auch abseits glatter Straßen, wenn das Gelände nicht zu schwierig wird.
Seine zeitlose Karosserieform erfreut den Besitzer auch noch nach Jahren.

Tester: Wolfgang A. Bocksch/HEPPNERmedia

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