TEST: KIA SOUL – DIE KULT – „KISTE“

19. März 2012 | Von | Kategorie: AUTOMOBILE + FAHRZEUGE

Er zieht die Blicke von Jung und Alt auf sich

“ title=“Kia Soul Test“ src=“https://www.autoundmobil.info/wp-content/uploads/test-kia-soul_collage.jpg“ alt=“Kia Soul Test“ width=“301″ height=“1409″ />

Kia Soul Test

Er hebt sich wohltuend vom sogenannten Einheitsbrei der heutigen Formen im Automobilbau ab, der kompakte Crossover von Kia, der Kia Soul. Und Seele zeigte er auf der gesamten Testdistanz.
Wir fuhren das Spitzenmodell, den Soul Spirit, der in Punkto Ausstattung und Komfort kaum Wünsche offen lässt.
Das Facelift hat dem Soul mehr als gut getan. Er mutiert jetzt aber unseres Erachtens nicht, wie unsere Kollegen von AUTO BILD beschreiben, zum Pit Bull, leider auch nicht bei den Fahrleistungen, aber dazu später mehr.
Er hat ein markantes aber sehr sympathisches Gesicht, mit seinen in der Form gelungenen Scheinwerfern und Tagfahrleuchten.

Angenehm ist bereits das Besteigen des Soul. Durch die Bauhöhe bedingt ist es nahezu perfekt, auf den bequemen, aber leider für uns in der Sitzfläche etwas zu kurz geratenen Vordersitzen, Platz zu nehmen. Besonders wird das die Generation 60plus freuen, die eine äußerst schicke Alternative zum Golf plus haben.
Dazu tragen auch seine 18-Zoll-Räder bei.

Das Bedienen des Soul ist ohne Tadel. Es beginnt mit praktischen und kräftigen Tür-Bügelgriffen, mit weit öffnenden Türen, mit dem in der Höhe verstellbaren Lenkrad, den elektrischen und beheizbaren, angenehm großen Außenspiegeln mit Anklappmechanismus, den Bedienelementen für Radio und Telefon am griffigen Lenkrad, geht über die exakte 7-Gang-Schaltung, einer ordentliche Soundanlage mit anfangs gewöhnungsbedürftiger Bedienung , über ein- und ausschaltbaren Beifahrer-Airbag sowie ESP, einer äußerst praktischen Rückfahrkamera, die sich beim Einlegen des Rückwärtsganges automatisch zuschaltet und im kleinen im Innenspiegel befindlichen Bildschirm mit eingeblendeten Koordinaten-Hilfslinien ein exaktes Einparken sehr erleichtert, nicht zuletzt auch durch die in den hinteren Stoßfängern integrierten akustischen Sensoren.

Und die Ausstattung des Soul endet noch lange nicht bei vier elektrischen Fensterhebern, die zentral auch von der Fahrertür aus bedient werden können.
Also Komfort satt auch bei der Sicherheitsausstattung bereits in der Grundausstattung des Soul mit 6 Airbags, aktiven Kopfstützen, Isofix-Kindersitzhalterungen, ESP und Bremsassistent, um nur einige Features zu nennen, die bei der von uns getesteten Version „Spirit“ noch einmal zulegen.

Hervorzuheben ist bei Kia die schon obligatorische fünfjährige Garantie ohne Kilometerbegrenzung.

Unser Testkandidat Soul Spirit war mit Ledersitzen, einem Lederlenkrad sowie einer gut funktionierenden Klimaautomatik ausgestattet, die sich fein dosieren ließ. Auch die Heizung ist kräftig ausgelegt und beginnt bereits kurz nach dem Start mit ihrer Arbeit.

Vorne geht es recht luftig zu. Man hat das Gefühl, in einem wesentlich größeren Fahrzeug zu sitzen und hinten haben selbst groß gewachsene Mitfahrer von 190 cm Länge dank der kantigen Form des Crossover keine Probleme. Der Kofferraum ist im Normalzustand mit 220 l recht knapp bemessen, wächst dann aber je nach Bedarf durch die umklappbaren Rückenlehnen asymetrisch 40:60 zu ordentlichen Platzverhältnissen bei ebener Ladefläche. Besonders praktisch: Unter dem ebenen Kofferraumboden befinden sich ein großer und in vielen Einzelfächern unterteilter Stauraum.

Bei unserem Testwagen klapperte auf 1.500 Testkilometern überhaupt nichts und wenn man die Türen ins Schloss fallen ließ, mutete das vom Geräusch her durchaus hochwertig an wie überhaupt auch die gesamte Verarbeitung.

Der Soul fährt sich agil, seine Servolenkung hält ständig direkten Kontakt mit der Straße und wir waren erstaunt, wie unbeeindruckt er trotz seiner kantigen Form bei sehr starkem Seitenwind war.
Stets angenehme Fahrgeräusche – Wind und Motor hielten sich vornehm zurück – machten auch die Langstrecke, selbst bei hohen Geschwindigkeiten, durchaus angenehm. Sein Geradeauslauf ist perfekt.

Das Fahrwerk des Soul ist leider viel zu hart abgestimmt. Kopfsteinpflaster , Kanaldeckel und Querrillen können schon mal zur Tortur werden. Aber das lässt sich bestimmt ohne großen technischen Aufwand ab-stellen.
Vielleicht ist auch die Bereifung, unser Soul war mit 225er Reifen bestückt, dafür verantwortlich.
Sie steht ihm aber ausgezeichnet und sorgt für ein mustergültiges Bremsverhalten. Der Kia Soul stand im Test aus Tempo 100 km/h bereits nach 35 Metern, ein Spitzenwert.

Der Verbrauch des 1,6 l und 140 Ps starken Vierzylinders war mit durchschnittlich 9,2 l/100 km deutlich zu hoch im Verhältnis zu Größe und Gewicht. Wir konnten nicht prüfen, ob es vielleicht an der Motoreinstellung lag.
Der Vierzylinder, der seine Arbeit stets kultiviert verrichtete, ließ es bei doch relativ hoher Leistung an Durchzugskraft mangeln. Er zeigte aber in der Stadt eine erstaunliche Elastizität, was ein schaltfaules Fahren ermöglichte. E10 Superbenzin verträgt dieser Motor klaglos, ohne Schaden zu nehmen.

Für unser Team war der kultige Soul auf Anhieb sehr beliebt und stets ein äußerst angenehmer Begleiter, der immer wieder mindestens so viel Aufsehen erregte, wie so manch ein Exot oder sündhaft teurer Sportwagen. Ein Toyota Avensis-Fahrer hielt in einer Seitenstraße von Berlin neben uns und befragte uns eingehend. Er bedauerte es sogar, dass der Soul kein Produkt seiner Marke sei. Nicht selten beobachteten wir auch, dass sich Passanten die Nase an den Scheiben platt drückten, um einen Blick in den Innenraum zu werfen. Am meisten aber sorgten Form und Farbe für einen gelungenen Auftritt, ob nun in Berlin, Düsseldorf oder im Ruhrgebiet, ob auf dem Parkplatz bei Lidl und Aldi oder auf dem ein oder anderen Autohof während langer Autobahnetappen.

Und noch etwas hat uns sehr gefallen: Die gute Übersicht und der Blick von innen auf die Motorhaube, die man bei den meisten Autos heutzutage nur noch erahnen kann wie weiland beim legendären Käfer. Trotz der üppigen C-Säulen gibt es ein tadellose Rundumsicht.

Während unseres gesamten Tests begegnete uns nur einmal ein Soul , ein Modell vor dem Facelift. Man grüßt sich selbstverständlich freundlich winkend, ähnlich wie es heute noch Oldtimerfahrer bestimmter Marken tun. Und das werten wir wieder als äußerst positiv bei einer Marke, die vor nicht allzu langer Zeit von uns verwöhnten Autofahrern hier zulande noch belächelt wurde.

Unser Fazit:
Die“ Kult-Kiste“ Soul gibt der Marke Kia ein unverwechselbares Gesicht. Der Soul hat das Zeug zum Lifestyle-Auto. Viel Platz, gute Verarbeitung, Fahrspaß und kultivierte Antriebe im Benzin- und Dieselbereich werden ihm seinen Platz auf dem Markt sichern. Der relativ hohe Grundpreis stört vielleicht etwas, mindert aber keinesfalls den Spaß am Soul.

Technische Daten:
Kia Soul 1.6 Spirit
Motor: Vierzylinder-Benziner
Hubraum: 1591 ccm/Steuerkette
Leistung: kW (PS) bei U/min 103 (140)/6300 Nm bei U/min 166/4850
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Abgasnorm: Abgas CO2 (EU-Mix) Euro 4 – 1149 g/km
Getriebe/Antrieb: 6-Gang, Vorderradantrieb
Tankinhalt/Kraftstoffsorte: 48 Liter/Super E10
Kofferrauminhalt: 222 bis 1140 Liter
Leergewicht/Zuladung: 1258/422 kg
Anhängelast gebremst/ungebremst: 1300/450 kg
Länge/Breite/Höhe: 4105/1785/1660 mm

Wolfgang A. Bocksch
Fotos: AUTO & MOBIL + KIA

Schlagworte: , , , ,

Schreibe einen Kommentar

*